Es gibt irgendwo an einem Strand bei Marseille eine Tabernakelstür mit einer Geschichte. Sie war zuerst ein Baum — irgendwo, man weiß es nicht mehr genau. Dann vielleicht ein Boot, oder ein Haus, oder einfach vergessenes Holz auf dem Wasser. Die Stürme haben es gerollt, das Meer hat es gesalzen, die Zeit hat es abgenutzt. Und eines Tages strandete dieses erschöpfte Holz im Sand.
Da sah es ein Künstler.
Nicht als Abfall. Nicht als Problem, das gelöst werden müsste. Sondern als kostbares Material, durch die Prüfung geformt, bereit, etwas Schönes zu tragen.
Ich weiß nicht, was du gerade trägst. Vielleicht eine Geschichte, die du nicht erzählen kannst, weil sie dich so gerollt, gesalzen, beschädigt hat. Vielleicht ein Gefühl, etwas Wesentliches verpasst zu haben, zu spät angekommen zu sein, zu zerbrochen, zu abgenutzt, um noch nützlich zu sein.
Und wenn genau das der Anfang der Geschichte wäre?
Jesus hatte diese gleiche Leidenschaft. Er suchte nicht die Waldholzer — jene, die in günstigen Verhältnissen gerade aufgewachsen sind. Er suchte das Treibgut. Die Verlorenen. Jene, die niemand mehr anschaute. Und er gab ihnen eine Schönheit zurück, die sie sich nie hätten vorstellen können.
Was das Meer in dir beschädigt hat, daraus macht Gott keine Liste deiner Fehler. Er macht daraus eine Tür.
„Denn ich, der HERR, dein Gott, halte deine rechte Hand und spreche zu dir: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!"
Jesaja 41,13