Es heißt, wir bestehen zu 70 % aus Wasser. Eine erstaunliche Proportion, fast lächerlich, wenn man darüber nachdenkt: unsere großen Gefühle, unser Zorn, unsere Zärtlichkeitsregungen — all das fließt in einigen Dutzend Litern Wasser.
Also sorgen wir uns heutzutage sehr um die Qualität dessen, was wir trinken. Was wir essen. Was wir atmen.
Aber Jesus führt uns woanders hin. Er dreht die Frage sanft um. Er fragt uns nicht zuerst: Was geht in dich ein? Sondern: Was kommt aus dir heraus?
Unsere Worte, unser Schweigen, unsere Stimmungen, der Blick, den wir auf andere werfen. Das ist es, was wirklich zeigt, wer wir sind. Das ist es, was jene erfrischen oder vergiften kann, die neben uns leben.
Das Bild ist schön und anspruchsvoll: trinkbar werden. Nicht perfekt werden — das ist niemand — sondern jemand werden, bei dem man sich ohne Angst labt. Jemand, dessen Gegenwart erquickt.
Gott reinigt uns nicht, damit wir allein mit unserem schönen klaren Wasser bleiben. Er reinigt uns, damit wir zu den anderen fließen.
„Ströme lebendigen Wassers", sagt Jesus. Keine private Pfütze. Ein Strom, der hinabfließt.
„Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen."
Johannes 7,38