Es reichte mir seine Zeichnung mit einem breiten Lächeln. Die Augen leuchteten, stolz auf das, was es gerade geschaffen hatte. Ich nahm das Blatt in die Hände — und ehrlich gesagt: ich suchte. Ich drehte das Papier in die eine Richtung, dann in die andere. Linien, Farben, Formen, die sich kreuzten, ohne dass ich wirklich erfassen konnte, was es war.
Aber es wusste. Es sah genau, was es gezeichnet hatte.
Ich fragte mich, wie oft Gott mich so anschaut — mich, der sein Leben in alle Richtungen dreht, der versucht zu entziffern, was geschieht, der sich erschöpft, weil er verstehen will, bevor er akzeptiert. Und Er, der von Anfang an das ganze Bild sieht. Der genau weiß, was Er gerade tut.
In diesem Bild liegt etwas Befreiendes. Keine passive Resignation — sondern aktives Vertrauen. So wie wenn man zu einem Kind sagt „danke, das ist sehr schön", nicht weil man alles verstanden hat, sondern weil man die Liebe sieht, die es hineingesteckt hat.
Das ist vielleicht der Glaube in dunklen Momenten. Nicht „ich verstehe, was mir passiert." Sondern „ich vertraue dem, der den Pinsel hält."
„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege."
Jesaja 55,8-9