Auf einer Reise durch Frankreich fiel mir auf, wie viele Baustellen unsere Autobahnen säumen.
Manchmal sieht man in der Ferne eine Brücke, die allein dasteht, mitten im Nirgendwo. Keine Straße, die zu ihr führt. Keine Straße, die von ihr wegführt. Nur ein schwebendes Bauwerk, das absurd wirkt.
Und dennoch hat dieses Bauwerk nichts Absurdes. Wir sind einfach zu früh. Nur die Ingenieure, die die Trasse entworfen haben, wissen, wie diese isolierte Brücke bald Täler verbinden und Menschen näherbringen wird. Was uns getrennt erscheint, ist in ihrem Plan schon längst verknüpft.
Unser Leben gleicht diesen Baustellen. Prüfungen erheben sich vor uns wie isolierte Brücken. Warum diese Krankheit? Warum diese verschlossene Tür? Im Augenblick fügt sich nichts zusammen. Aber Gott ist der Architekt. Er sieht die ganze Trasse, während wir nur einen Abschnitt sehen.
Und hier liegt das tiefste Geheimnis: Der Architekt hat sich selbst zur Brücke gemacht. Zwischen Himmel und Erde klaffte ein Abgrund, den kein Mensch überqueren konnte. Also stellte sich Christus hin, die Arme ausgestreckt am Holz, und verband Gott mit den Menschen.
„Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus" (1. Timotheus 2,5).
Der, der den Plan deines Lebens entworfen hat, ist auch derjenige, der sich selbst für dich zum Weg gemacht hat. Wenn du die Trasse nicht verstehst, erinnere dich an die Brücke. Sie hält. Sie führt irgendwohin. Sie führt zum Vater.
„Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege."
Jesaja 55,9