Versprechen 2 · Wer ist Gott?

Wer ist Jesus?
Versprechen · Johannes 14,9

Wer ist Jesus?

Jeder von uns trägt ein Bild von Jesus in seinem Inneren.

Jeder von uns trägt ein Bild von Jesus in seinem Inneren. Ein Bild, das aus Kindheitserinnerungen, aus Büchern, aus Enttäuschungen und aus Erfahrungen zusammengesetzt ist. Manchmal ist dieses Bild so vertraut, dass wir vergessen, zu fragen: Stimmt es wirklich?

Jesus antwortet auf die Frage des Philippus — und damit auch auf unsere — indem er auf sich selbst zeigt: Wer mich sieht, sieht den Vater. Das ist keine philosophische Antwort. Es ist eine Einladung, ihn zu betrachten, und in ihm den zu entdecken, der Gott wirklich ist — nicht eine Idee, nicht eine Macht, sondern ein Gesicht.

„Wer mich sieht, der sieht den Vater."

Johannes 14,9

Biblische Echos
Kolosser 1,15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.
Hebräer 1,3 Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens.
Johannes 1,14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.
Illustration

Das Bildnis, das niemand zu malen vermocht hatte

Gelesen von einer KI-Stimme

In einem Bergdorf hatte ein alter Maler sein Leben lang Gott dargestellt. Er hatte weite Himmel gemalt, Blitze, Throne aus Feuer. Die Leute bewunderten seine Bilder, doch wenn sie sein Atelier verließen, gingen sie ein wenig beunruhigter nach Hause: Dieser Gott war groß, gewiss, aber fern, unnahbar.

An einem Winterabend klopfte ein junger Mann an seine Tür, starr vor Kälte. Der Maler ließ ihn eintreten, teilte sein Brot, entzündete das Feuer und hörte seinem Kummer bis tief in die Nacht zu. Am Morgen war der Fremde fort. Doch auf dem Tisch hatte er einen kurzen Zettel hinterlassen: „Heute Nacht hast du mir den Vater besser gezeigt als alle deine Bilder."

Der alte Mann blieb lange reglos sitzen. Endlich verstand er, was er sein Leben lang gesucht und nie gefunden hatte. Gott hatte sich nicht damit begnügt, aus der Ferne bewundert zu werden: Das Wort war Fleisch geworden und hatte unter uns gewohnt (Johannes 1,14). Der, der in Gottes Gestalt war, hatte an seinem Rang nicht wie an einer Beute festgehalten, sondern sich selbst entäußert und Knechtsgestalt angenommen (Philipper 2,6-7) — bis dahin, sich an einen Tisch zu setzen, Brot zu teilen, einem müden Herzen zuzuhören.

Der Maler nahm seine Pinsel wieder zur Hand. Doch diesmal versuchte er nicht mehr, Gottes Gesicht mit Blitzen zu erfinden. Er malte einen Menschen, der sich einem anderen zuneigte. Denn er hatte begriffen, dass dieser Jesus keine blasse Kopie des Vaters war: Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens (Hebräer 1,3), und in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kolosser 2,9). An ihm ist nichts ungefähr. Er ist das Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge (Offenbarung 3,14) — Gottes endgültiges „Ja" an die Menschheit.

Wir alle tragen ein Bild von Jesus im Kopf. Doch die wahre Antwort auf „Wer ist er?" gibt er uns nicht, indem er sich beschreibt: Er gibt sie, indem er sich an unseren Tisch setzt. „Wer mich sieht, der sieht den Vater."