Das Wort heilig kann beängstigend wirken. Es evoziert Perfektion, moralische Höhe, eine Distanz zum Alltag. Man denkt, dass man zu gewöhnlich ist, um wirklich heilig zu sein.
Petrus spricht an gewöhnliche Menschen — Wanderer, Fremde in der Welt. Und er erklärt ihnen: Ihr seid heilig. Nicht wegen eurer Leistungen, sondern wegen eurer Zugehörigkeit. Heiligkeit ist zunächst eine Beziehung, keine Moral. Man ist heilig, weil man Gott gehört — und aus dieser Zugehörigkeit folgt alles andere.
„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat."
1. Petrus 2,9